Blog from September, 2017

Meteomatics am SWISS ECS

Neben Politik und Gesellschaft haben auch Unternehmen einen großen Einfluss auf das zukünftige Klima und die Energieversorgung. Am 20. und 21. September fand dazu der SWISS ECS – Swiss Energy und Climate Summit statt. Unter dem Motto „BOOST – Energiezukunft als Chance“ wurden in den Vorträgen und bei Deep Dive Sessions Herausforderungen, Strategien und Visionen thematisiert. Während der Networking Pausen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit sich innerhalb der Expo Zone mit innovativen Unternehmen zum Thema Energie und Klima auszutauschen. Eine wichtige Rolle spielten dabei Erneuerbare Energien. Meteomatics unterstützt Unternehmen in diesem Bereich mit präzisen Wettervorhersagen sowie Solar- und Windleistungsprognosen und war deshalb ein wichtiger Bestandteil der Swiss ECS. 

 

 

 

Tornados sind ein Wetterphänomen, das vor allem in den USA keine Seltenheit ist. Auf Grund der aktuellen Datenlage können Tornados allerdings erst spät entdeckt werden. Eine Tatsache, die Meteomatics mit den Meteodrones ändern will und kann. Durch die Daten der Wetterdrohnen kann bereits am frühen Morgen das Tornado Potential der Atmosphäre bestimmt werden woraus eine präzisere Vorhersage resultiert. Mit einer Größe von gerade einmal 60cm x 60cm ist die Meteodrone sehr klein und sieht harmlos aus. Dennoch ist das unbemannte Flugobjekt für sehr hohe Geschwindigkeiten ausgelegt, wie Dr. Martin Fengler, Geschäftsführer von Meteomatics, im SRF Radiointerview erklärt. Der dazu passende Fernsehbeitrag zur Verbesserung von Kurzfristprognosen wurde vom Ostschweizer Fernsehen gesendet. 

ICAS, das International Council of the Aeronautical Sciences, ist eine gemeinnützige wissenschaftliche Organisation mit der Mission Wissen zu fördern und die Zusammenarbeit in der Luftfahrt zu unterstützen. Zu diesem Zweck werden regelmäßig mehrere Events, wie beispielsweise eine internationale Konferenz organisiert. Eine dieser Veranstaltungen ist der ICAS Workshop, der vom 11. bis 12. September in Winterthur stattfindet. Ziel ist es einen Austausch über "Intelligent and Autonomous Technologies in Aeronautics Software Engineering and UAS" anzuregen. Dr. Martin Fengler gehört als CEO der ersten Schweizer Firma, die eine Wetterdrohne, die Meteodrone, entwickelt hat, zu den geladenen Experten. Der Vortrag behandelt die Idee eines operationellen Drohnennetzwerks für Wettermessungen, wie es Meteomatics bereits betreibt. 

 

 

 

Als sich am Sonntagvormittag über dem Bodensee eine Wasserhose bildete, fühlten sich die Meteorologen von SFR Meteo ein weiteres mal bestätigt. Mit Hilfe des lokalen Wettermodells SWISS1k, welches vom privaten Wetterdienst Meteomatics in St Gallen entwickelt wurde und zusätzlich mit Messungen der eigenen Meteodrohnen gefüttert wird, war dieses Phänomen bereits 2 Tage zuvor in den Modellen erkennbar - genau wie die Starkniederschläge am Wochenende südlich des Bodensees.
„SWISS1k war das einzige Modell, welches die hohe Wahrscheinlichkeit für eine Wasserhose über dem südlichen Bodensee zeigte.“, so ein Meteorologe des SRF. 
Die zusätzliche Vermessung der unteren Atmosphärenschichten mittels Meteodrohnen ist der Durchbruch zu präziseren lokalen Vorhersagen, vor allem von Extremereignissen. Vielen Wirtschaftsbereichen und Hilfsorganisationen wie zum Beispiel kommunalen Feuerwehren werden diese Prognosen zukünftig helfen, Einsätze besser zu planen oder mögliche Auswirkungen frühzeitig zu erkennen.

 

 

 

 

Zum zweiten Mal organisieren das Institut für Angewandte Mathematik und Physik (IAMP) und das Institut für Datenanalyse und Prozessdesign (IDP) die European COST Conference on Mathematics for Industry in Switzerland. Ziel ist es europäische Akademiker, Forscher, Studenten und Anwender aus der Praxis zusammen zu bringen.  Zu den geladenen Experten gehört auch Dr. Martin Fengler, Geschäftsführer von Meteomatics, der die industrielle Anwendung von Mathematik im Bereich der Wind- und Solarleistungsprognosen thematisiert. Dabei werden unterschiedliche Modellierungsansätze, das zugrundeliegende Problem der numerischen Wettervorhersage und die Frage wie diesen Herausforderungen in Zukunft bewältigt werden, behandelt. 

 

 

 

 

 

2015 hat Meteomatics mit den Meteodrones als erstes Schweizer Unternehmen die BVLOS Genehmigung erhalten. Heute, zwei Jahre später, ist Meteomatics weiterhin das einzige Unternehmen in der Schweiz, das Drohnen ausserhalb der Sichtweite fliegen darf. Im Frühjahr 2017 wurde diese Genehmigung um die Möglichkeit, unter bestimmen Auflagen, zukünftig auch tagsüber außerhalb der Sichtweite zu fliegen, erweitert. Die Genehmigung bezieht sich auf Flüge bis zu 1,5km über Grund. Ziel der Meteodrones ist es hochaufgelöste Wettervorhersagesysteme zu verbessern. Mit Hilfe der Drohnen werden meteorologische Parameter innerhalb der Grundschicht gemessen und so die bestehende Datenlücke geschlossen. Unzählige Testflüge haben signifikante Verbesserungen, vor allem bei der Vorhersage von Nebel und Gewittern, gezeigt. Aus diesem Grund wurde im November 2016 mit dem Aufbau eines operationellen Drohnenbetriebs begonnen. Benjamin Koffel ist einer der Meteomatics Drohnenpiloten und wurde vom Tagblatt begleitet, um einen Einblick in die Tätigkeit als Drohnenoperateur zu gewähren

 

 

Quelle: Tagblatt / Donato Caspari