Als Übertragungsnetzbetreiber trägt TransnetBW Verantwortung für den sicheren und zuverlässigen Betrieb des Stromübertragungsnetzes in Baden-Württemberg. Das Unternehmen transportiert Strom zu mehr als elf Millionen Menschen und ist eng in das deutsche und europäische Verbundnetz eingebunden.
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nimmt der Einfluss des Wetters auf das Stromsystem weiter zu. Veränderungen bei Wind und Sonneneinstrahlung können sich auf die Einspeisung erneuerbarer Energien und damit auf die Systembilanz und den Netzbetrieb auswirken. Gleichzeitig können extreme Wetterlagen die Resilienz der Energieinfrastruktur herausfordern.
Um meteorologische Entwicklungen besser in das operative Lagebild einordnen zu können, nutzt TransnetBW verschiedene interne und externe Informationsquellen. Dazu gehört auch die Wetterplattform MetX von Meteomatics. Sie stellt meteorologische Informationen gebündelt und anschaulich zur Verfügung und ergänzt damit die etablierten Instrumente und Prozesse der Systemführung.
Wetterinformationen als Teil des operativen Lagebilds
Für einen sicheren Netzbetrieb müssen Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht gehalten werden. Wetterbedingte Veränderungen der erneuerbaren Einspeisung und mögliche Prognoseabweichungen sind deshalb wichtige Faktoren für die Systemführung.
MetX unterstützt die Mitarbeitenden dabei, meteorologische Entwicklungen und bestehende Unsicherheiten schneller zu erfassen und fachlich einzuordnen. Die Plattform schafft eine zusätzliche Informationsperspektive, ersetzt jedoch weder validierte Prognosen und Systemdaten noch Netzsicherheitsrechnungen oder die etablierten Abstimmungsprozesse der Übertragungsnetzbetreiber.
Operative Bewertungen und Entscheidungen liegen weiterhin vollständig bei den zuständigen Fachkräften von TransnetBW.
Meteorologische Informationen verständlich aufbereiten
Ein wesentlicher Nutzen liegt in der verständlichen Aufbereitung meteorologischer Zusammenhänge für den operativen Einsatz. So können die Fachkräfte Wetterentwicklungen mit den für die Systemführung maßgeblichen Informationen abgleichen und ihre Bewertungen auf eine breitere Informationsbasis stellen.
„Wir sind Fachleute für den Betrieb des Stromsystems, keine Meteorologen. Eine strukturierte Wetterdarstellung hilft uns, meteorologische Entwicklungen in den Kontext von Systembilanz und Netzsicherheit einzuordnen.“– Simon Stein
Resilienz gegenüber Wetterereignissen stärken
Wetterinformationen können darüber hinaus dazu beitragen, relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die Vorbereitung auf extreme Wetterlagen zu unterstützen. Für TransnetBW ist dies ein Baustein eines umfassenden Resilienzansatzes.
Der Nutzen liegt dabei nicht in einer einzelnen Funktion oder einem automatisierten Eingriff, sondern in einer verbesserten Informationsgrundlage für etablierte Prüf-, Bewertungs- und Koordinationsprozesse. Konkrete Sicherheitsmaßnahmen, operative Verfahren und technische Details sind aus Gründen des Schutzes kritischer Infrastruktur nicht Gegenstand dieser Darstellung.
Ausblick: verantwortungsvoller Einsatz neuer Technologien
TransnetBW prüft kontinuierlich, wie digitale Technologien die Fachkräfte in der Systemführung unterstützen können. Dazu gehört perspektivisch auch die Frage, wie KI-gestützte Assistenzfunktionen komplexe Informationen verständlich aufbereiten können.
Im Umfeld kritischer Infrastruktur gelten dabei besonders hohe Anforderungen an Sicherheit, Verlässlichkeit, Nachvollziehbarkeit und menschliche Verantwortung. KI kann fachliche Bewertungen unterstützen, übernimmt jedoch keine eigenständigen operativen Entscheidungen.
Durch die ergänzende Nutzung meteorologischer Informationen stärkt TransnetBW die Qualität seines Lagebilds und unterstützt einen sicheren, resilienten und zunehmend wetterabhängigen Netzbetrieb.