Die Netzgesellschaften der VSE-Gruppe stärken die Resilienz ihrer Netze, erhöhen die Planungssicherheit durch präzise Wetterdaten und entwickeln Kompetenzen von reaktiver Schadensbewältigung hin zu proaktiver operativer Vorbereitung weiter.

Risikobasierte Priorisierung

Kosten senken und Versorgungssicherheit stärken

Die VSE-Gruppe, Teil des E.ON-Konzerns, ist der führender Energie- und Infrastrukturdienstleister im Saarland. Ihr Auftrag: Versorgungssicherheit unter allen Bedingungen gewährleisten. Mit Freileitungen, Umspannwerken, Ortsnetzstationen und Straßenbeleuchtungsinfrastruktur im gesamten Bundesland ist das Netz dabei flächendeckend Wetterrisiken ausgesetzt.

Der Wendepunkt kam im Jahr 2024: Das schwere Hochwasser an Pfingsten im Saarland zeigte eindrücklich, wie schnell großflächige Niederschläge das Netz an seine Belastungsgrenzen führen können. Dieses Ereignis veranlasste die VSE-Gruppe dazu, eine spezifische Herausforderung bei der E.ON Grid Startup Challenge einzubringen, um gezielt nach innovativen Ansätzen für präzise Wetterintelligenz zu suchen. In einem strukturierten Auswahlprozess wurden zahlreiche Ansätze gescoutet und umfassend bewertet. Dabei setzte sich Meteomatics als Gewinner der Challenge durch – und legte damit den Grundstein für die Zusammenarbeit beider Unternehmen.

Flächendeckender Starkregen und langanhaltende Niederschläge gehören zu den größten operativen Bedrohungen. Sie können Umspannwerke überfluten, Ortsnetzstationen beschädigen und gleichzeitig an mehreren Orten Störungen auslösen. Dadurch geraten Personal- und Materialkapazitäten schnell an ihre Grenzen.

Wie Sebastian Palm, Leiter Betrieb Stromnetz der energis-Netzgesellschaft mbH, betont, beginnt Resilienz lange vor der ersten Gewitterzelle:

Planung ist der Ausgangspunkt. Bei anderen Anbietern konnten wir keine eigenen Warnschwellen definieren. Wenn uns frühzeitige Transparenz fehlt oder wir keine geeigneten Schwellenwerte festlegen können, geraten wir automatisch in eine reaktive Rolle.

Zwar existieren Netzredundanzen wie alternative Leitungswege und Reservekapazitäten, doch bei großflächigen Ereignissen können auch diese an Grenzen stoßen. Dann entscheidet die richtige Priorisierung: Wo entsteht zuerst ein kritisches Risiko – und wo müssen Teams eingesetzt werden, bevor sich die Lage zuspitzt.

Mit MetX kann die VSE-Gruppe geeignete Warnschwellen individuell definieren, automatisierte E-Mail-Trigger einrichten und proaktive Warnmeldungen für klar abgegrenzte Gebiete erhalten – und damit genau die Transparenz schaffen, die zuvor fehlte und für eine verbesserte Einsatzplanung entscheidend ist.

Wir können sämtliche Schwellenwerte individuell festlegen und Alarme einrichten, die uns aktiv informieren, sobald sich ein Ereignis abzeichnet. So können wir Anlagen schützen, bevor der Ernstfall eintritt, und gezielt dort eingreifen, wo es wirklich notwendig ist.

Die Auswirkungen sind konkret spürbar:

Mit MetX sehen wir heute exakt, wann ein Sturm einsetzt, wie intensiv er ausfallen wird und welche Gebiete betroffen sind – mit 24 bis 72 Stunden Vorlauf. Dadurch können wir Bereitschaftsdienste gezielter planen, statt vorsorglich in großem Umfang hochzufahren.

Proaktive Betriebsführung skalieren

Unternehmensweite Resilienz ohne zusätzliche Infrastruktur

Für die VSE-Gruppe ist eine Wetterlösung erforderlich, die verschiedene Anwendungsfälle im Unternehmen abdeckt. Das unterstreicht Stefan Klingler, Projektmanager Strategie/Geschäftsfeldentwicklung/Umfeldmanagement/Innovation der VSE AG:

Es existieren viele Lösungen am Markt. Entscheidend für uns war jedoch: Welche löst unser konkretes Problem – und kann langfristig mit unseren Anforderungen skalieren? Für uns war das Meteomatics.

Das SaaS-Modell von Meteomatics ermöglicht einen sofortigen Zugriff auf alle benötigten Daten – ganz ohne Hardwareinstallation oder interne IT-Projekte. Die Teams können sich einfach per Browser anmelden, eigene Points of Interest konfigurieren und Warnschwellen festlegen, die exakt ihren operativen Anforderungen entsprechen. Diese Einfachheit reduziert den Implementierungsaufwand und fördert zugleich die interne Akzeptanz.

Neben Starkregen- und Sturzflutszenarien prüft die VSE-Gruppe bereits weitere Anwendungsfelder, darunter winterliche Wetterrisiken wie die Vereisung von Freileitungen sowie Windszenarien mit Einfluss auf die Netzstabilität. Dieselbe Plattform deckt all diese erweiterten Anforderungen ab, ohne dass strukturelle Anpassungen oder zusätzliche Infrastruktur notwendig werden.

Das Ergebnis ist ein skalierbares Resilienzkonzept. Mit zunehmenden operativen Anforderungen wächst auch die Lösung mit – und stärkt langfristig die Fähigkeit der VSE-Gruppe, wetterbedingte Netzrisiken frühzeitig zu erkennen, zu priorisieren und gezielt zu steuern.

Strategische Partner

Schneller Mehrwert durch enge Zusammenarbeit

Auch die Zusammenarbeit selbst erwies sich als zentraler Erfolgsfaktor. Von Beginn an arbeitete Meteomatics eng mit den Kolleginnen und Kollegen der Netzgesellschaften der VSE-Gruppe zusammen, um klare Schwellenwerte zu definieren, E-Mail-Trigger einzurichten und Warnmeldungen präzise auf die operativen Anforderungen abzustimmen.

Die Abstimmung verlief effizient: Projektmeetings fanden regelmäßig in der gewünschten Frequenz statt, die Planungen waren transparent, und der Support reagierte schnell und zuverlässig.

"Wir haben die Lösung gemeinsam weiterentwickelt. Unsere Anforderungen wurden ernst genommen, unsere Wünsche umgesetzt, und es war immer jemand erreichbar, der uns alles im Detail erklärt hat. Wirklich ein Service auf höchstem Niveau“, sagt Palm.

Wetterbedingte Risiken werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Durch die Kombination aus hochauflösender Wetterintelligenz und operativer Expertise schaffen die VSE-Gruppe und Meteomatics die Grundlage für ein widerstandsfähigeres Stromnetz – bereit für die Herausforderungen eines sich verändernden Klimas und für eine dauerhaft zuverlässige Stromversorgung in der Region.